Tinnitus    
         
    Ohrgeräusche (Tinnitus) sind ein weltweit häufig auftretendes Symptom. Man weiß, dass in Deutschland rund 3 Millionen Menschen unter einem für den Tinnitus charakteristischen Pfeifen oder Rauschen leiden. Etwa 1-4 Prozent der Bevölkerung leiden unter chronischem Tinnitus mit der Folge von Schlaf- und Konzentrationsstörungen sowie sozialer Isolation.    
    Die Ursachen für das Auftreten eines Tinnitus sind vielfältig und meist im Einzelnen nicht eindeutig nachweisbar (Ausnahme Knalltrauma, Ohrgeräusch im Verlauf einer lärmbedingten Hörschädigung). Das Auftreten oder die Verstärkung von Ohrgeräuschen im Zusammenhang mit seelischen oder physischen Stressbelastungen werden immer wieder von den Patienten geschildert.    
         
    Je nach Dauer des Tinnitus und der davon abhängigen Behandlung unterscheidet man folgende Arten:    
         
    Akuter Tinnitus    
    Der akute Tinnitus besteht weniger als 3 Monate. Die Untersuchungen sollten v. a. strukturelle Organveränderungen abklären.
   
    In der Akutphase eines plötzlich auftretenden Tinnitus, z. B. im Zuge eines Hörsturzes, gilt die mehrtägige durchblutungsfördernde Behandlung als Therapie der Wahl. Sie besitzt auch eine vergleichsweise große Erfolgsaussicht, wenn sie möglichst rasch eingeleitet wird.    
         
    Chronischer Tinnitus    
    Der chronische Tinnitus besteht länger als 6 Monate. Nicht jedes chronische Ohrgeräusch ist behandlungsbedürftig, da ca. 90 Prozent der von Ohrgeräuschen betroffenen Patienten gut mit diesem Leben können und einen kompensierten Tinnitus haben, der nicht behandlungsbedürftig ist.    
    Bei 10 Prozent der Betroffenen muss man allerdings von einem dekompensierten Tinnitus ausgehen, der behandelt werden sollte.    
    Die Tinnitus-Retraining-Therapie ist mit einer Verbesserungsrate von 70-80 Prozent die derzeit aussichtsreichste Therapieform in der Behandlung chronischer Ohrgeräusche.    
         
         
         
         
   
[zurück]